Biovegan

Der Biozyklisch-vegane Anbau

Die Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben (i.V.) möchte als Bürgeraktiengesellschaft die regionale Wirtschaft unterstützen. Durch ein Investment in der ökologischen Wertschöpfungskette werden die Konsumenten zu Prosumenten (Produzenten & Konsumenten). Dabei beteiligt sich die Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben (i.V.) nur an Unternehmen, die sich einem nachhaltigen und ökologisch verträglichen Handeln verpflichten.

Eine besonders spannende Partnerschaft bahnt sich dabei mit einem innovativen Betrieb in Meckenbeuren (Oberschwaben) an, denn der Biohof Hund ist der erste Obstbaubetrieb Deutschlands, der nach den Richtlinien des “Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau” produziert. Dieser Förderkreis zertifiziert Betriebe, die sich verpflichten biozyklisch-vegan, also frei von sämtlichen Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs, zu arbeiten.

Als Obstbauer muss man möglichst optimal für seine Pflanzen sorgen. Dünger, Kompost, Pflanzenschutz – hier werden oft tierische Stoffe eingesetzt. Diese kommen oft von weit her. Clemens Hund entschied sich vor mehreren Jahren, nach schlechten Erfahrungen mit Hornspänen aus Indien dazu, möglichst auf Mittel tierischen Ursprungs zu verzichten.

Pflanzlicher Dünger, Kompost & Pflanzenschutz

Dabei sind die Möglichkeiten im biozyklisch-veganen Landbau vielfältig. Um Boden und Pflanzen zu stärken wird auf viele pflanzliche Mittel gesetzt. Hülsenfrüchte und Kleegras binden Stickstoff im Boden, Gründüngung lockert den Boden und bringt als Mulch wieder Nährstoffe ein und auch Pflanzenkompost, Basalt- und Steinmehl, Holzasche und Algenmehl werden eingesetzt, um den Boden zu verbessern. Dabei arbeitet jeder bio-vegane Betrieb verschieden und passt sich den Bedürfnissen von Boden und Pflanze an. Clemens Hund kann von langjähriger Erfahrung der Kollegen aus Griechenland profitieren: bereits seit 30 Jahren exportiert ein Netzwerk bio-vegane Lebensmittel von dort. Biozyklisch steht für gesunde Lebenskreisläufe (gr. „bios“ = Leben und „kyclos“= Kreislauf).

Wer sich mit Clemens Hund unterhält, spürt die Neugier und Freude an seinem Beruf, denn der Obstbauer geht nicht nur bei Düngung und Pflanzenschutz neue, biovegane Wege. Auf seinen 16 Hektar Anbaufläche wachsen neben Äpfeln (Sorten: Natyra, Elstar, Braeburn, Topaz, Gala, Greenstar, Idared, Fuji, Santana und Rubinette) auch Zwetschgen, Nüsse und sogar Tafeltrauben. Seine Apfelbäume wachsen dabei bis zu 4 Meter hoch, um so den Platz in der eng bebauten Region optimal zu nutzen. Keine leichte Aufgabe, denn nur bei richtigem Schnitt kann dabei ein höherer Ertrag erzielt werden.

Die Methoden des innovativen Obstbauern, der auch Mitglied des Anbauverbandes Bioland ist, finden Anklang. Interessierte Handelspartner möchten seine Äpfel deutschlandweit zum Verkauf anbieten und auch weitere Obstbauern haben Interesse daran, sich ihm anzuschließen. Damit ergibt sich die Möglichkeit, bei der Ernte im Herbst 2019 eine Erntemenge von über 1.000 Tonnen an biozyklisch-vegan erzeugtem Obst zu erzielen.

Regional und Nachhaltig

Für uns als Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben (i.V.) steht dabei vor allem der Gedanke des nachhaltigen Handelns im Vordergrund. Die Vielfalt der ökologischen Landwirtschaft, eingebettet in regionale Netzwerke, ist unser Ziel. Wir betrachten die verschiedenen Art und Weisen der Landwirtschaft, ob mit Nutztieren, biodynamisch oder biozyklisch-vegan, als Bereicherung. Die einzelnen Akteure können sich dabei über ihr Wissen austauschen und bekommen einen Blick über ihren Horizont hinaus. Dabei unterstützen wir mit unserer Arbeit nicht nur finanziell. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit weisen wir auf Pionierbetriebe und -projekte hin.

Biozyklisch-veganer Anbau beim Biohof Hund in Meckenbeuren

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