SIRPLUS eröffnet 2. Rettermarkt mit 450 m2 in Berlin-Steglitz

Abgelaufene Lebensmittel online verkaufen
Bild by Maja Seidel

Das von der Bundesministerin Julia Klöckner ausgezeichnete Startup SIRPLUS setzt neue Maßstäbe für eine deutliche Steigerung der Lebensmittelwertschätzung. Nachdem das Startup mit großem Erfolg seinen ersten Rettermarkt im Herbst letzten Jahres eröffnete und damit schon über 100.000 Kunden mit abgelaufenen, überschüssigen, aber noch bestens genießbaren Lebensmitteln beglückte, folgt jetzt der Schritt zur Rettermarktkette. Damit versechsfachen die Lebensmittelretter ihre Verkaufsfläche in der Hauptstadt und wollen damit noch mehr Obst und Gemüse, Backwaren und andere Lebensmittel vor der Verschwendung bewahren. Mit ihrem Konzept schafft SIRPLUS es, die Wertschätzung aller Lebensmittel zu steigern und der Verschwendung erfolgreich entgegenzuwirken.

Das Ziel des passionierten Teams von SIRPLUS ist nichts Geringeres als das Ende der Lebensmittelverschwendung. Mit ihrem Konzept “Nachhaltigkeit für alle” sprechen die Gründer Raphael Fellmer und Martin Schott alle Menschen an und möchten Lebensmittelretten für jeden erlebbar machen. Sie sorgen insbesondere dafür, dass das Bewusstsein für die Lebensmittelverschwendung in der Gesellschaft wächst. Rund die Hälfte
der 18 Millionen Tonnen, die jährlich in Deutschland nicht im Magen landen, werden in Privathaushalten weggeschmissen. Dank der SIRPLUS-Kunden konnten bereits 1,3 Millionen Mahlzeiten gerettet werden. Insgesamt konnten so 160 Tonnen CO2 eingespart werden, was den Emissionen von 21 Erdumrundungen mit einem PKW entspricht.

Umdenken im Umgang mit Lebensmitteln
Raphael Fellmer, der bereits die foodsharing Bewegung mitgründete, setzt sich schon seit 2009 für ein Umdenken im Umgang mit den Lebensmitteln ein: “Wir wollen allen Menschen verständlich machen, dass es ‘Mindestens haltbar bis’ und nicht ‘Sofort tödlich ab’ bedeutet und jeder auf seine Sinne wie Riechen, Schauen und Schmecken vertrauen sollte”. Tatsächlich bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD nur, dass der Hersteller bis zu dem Termin garantiert, dass ein Lebensmittel auf jeden Fall ohne wesentliche Qualitäts- und Geschmackseinbußen noch genießbar ist. “Wir haben bereits tausende verschiedene Produkte nach dem Ablauf des MHD sensorisch geprüft und nur eine Hand voll Lebensmittel
sind tatsächlich ungenießbar gewesen, die mussten dann leider entsorgt werden, denn die Sicherheit der Kunden steht an oberster Stelle” bestätigt Martin Schott.

20 % der Lebensmittel werden gespendet
Teil des über 50 Menschen starken Teams sind Geflüchtete, die bald ihre Ausbildung bei SIRPLUS absolvieren werden, solche die im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahres dabei sind sowie die Halb- und Vollzeitbeschäftigten bzw. PraktikantInnen, die im Lager, im
Rettermarkt, im Fahrerteam und im Büro diese Mission vorantreiben. Wichtig ist den Gründern, dass bestehenden Organisationen wie z.B. den Tafeln keine Lebensmittel weggenommen werden, sondern diese sogar noch zusätzlich durch SIRPLUS unterstützt werden. SIRPLUS agiert ergänzend, denn es gilt das selbstauferlegte “Tafel First-Prinzip”. So holt SIRPLUS bei ihren Partnern wie u.a. den METRO Großmärkten in Berlin ausschließlich Waren ab, die von der Berliner Tafel nicht abgenommen werden. Obwohl
SIRPLUS und die Tafeln z.T. andere Ansätze haben, haben sie beide die gleiche Mission – die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Zusätzlich zu diesem Vorsatz spendet SIRPLUS 20 % seiner Lebensmittel an die Tafel und an weitere gemeinnützige Einrichtungen und Projekte.

Bezugsquellen der Lebensmittelretter
Weltweit werden 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel jährlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette verschwendet. SIRPLUS rettet Lebensmittel überall dort, wo große Mengen anfallen, wie bei Landwirtschaft, Produzenten, Zwischenhändlern, Online-Shops bis hin zum Großmarkt. Dort greift SIRPLUS an und unternimmt aktiv etwas gegen die Lebensmittelverschwendung. SIRPLUS kooperiert mittlerweile mit über 200 Partnern, die
dadurch Entsorgungskosten sparen, ein besseres Image gewinnen und ihren
Nachhaltigkeitszielen näher kommen. Das junge Berliner Unternehmen übernimmt sogar die Transportkosten. Neben Lebensmittelbetrieben unterstützt auch Berlin Recycling das junge Startup, denn laut dem Geschäftsführer Tobias Schütte “ist SIRPLUS ein Vorbild was
Kreislaufwirtschaft anbelangt und fördert aktiv die Abfallvermeidung”. Bei allen Partnerschaften entsteht so immer ein Win-Win-Win Effekt, bei dem auch die Kunden ihren Geldbeutel und die Umwelt schonen. Die geretteten Lebensmittel bietet SIRPLUS allen Endverbrauchern an – und das zu einem fairen Preis. Alle, die noch keinen Rettermarkt in ihrer Nähe haben, können auch im Online Shop unter www.sirplus.de zum Retter werden.

Biozyklisch veganer Landbau – Kreislaufwirtschaft ohne tierischen Dünger

In der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM) ist die Methode des biozyklisch-veganen Anbaus als weltweit gültiger Bio-Standard anerkannt. Damit können Betriebe überall nach diesen Anbaurichtlinien wirtschaften. Zu erkennen sind die veganen Lebensmittel an dem Gütesiegel „aus biozyklisch-veganem Anbau“.

Anstelle von tierischem Dung setzen die Ökolandwirte beim biozyklisch-veganen Anbau auf Kompost als Nährstoffquelle, auf Mischkulturen und Fruchtfolgen. Für biozyklisch-vegane Betriebe wurzelt die Pflanzengesundheit im Boden. Die dort lebenden Mikroorganismen erhalten durch die Anbaumethode naturnahe Wachstumsbedingungen, denn „in einem gesunden Boden wachsen auch robuste Pflanzen heran“, sagt Dr. Johannes Eisenbach, Mitbegründer des Vereins biozyklisch-veganen Anbau e.V. Der Agraringenieur adaptierte die Anbaumethode für seinen Betrieb in Griechenland und hat sie mit anderen Anbauern weiterentwickelt. Dort wirtschaften bereits über 80 kleinbäuerliche Betriebe nach den Biozyklisch-Veganen Richtlinien.

Mittlerweile haben sich im Panhellenic Biocyclic Vegan Network Ökobauern in Griechenland und Zypern zusammengeschlossen und exportieren Oliven, Zitrusfrüchte und Gemüse nach ganz Europa. In der Hochsaison fahren jede Woche zwei LKWs die vegan angebauten Frischeprodukte von Griechenland nach Deutschland. Alle Betriebe wurden im vergangenen Jahr offiziell nach dem Biocyclic Vegan Standard von Bio Hellas zertifiziert. Das Siegel des biozyklisch-veganen Anbaus hat einen hohen Wiedererkennungswert und lässt die Verbraucher der veganen Waren durch eine Rückverfolgbarkeitsnummer ihre Herkunft bis auf das Feld nachvollziehen.

Allerdings ist das Angebot in den Naturkostläden und im Lebensmitteleinzelhandel noch gering. Die deutschen Produkte gibt es bisher nur direkt ab Hof. Ein online-Portal mit Shop ist im Aufbau. Biozyklisch-Vegane Erzeugnisse wie Äpfel und Nüsse aus der Bodenseeregion, sowie Oliven, Olivenöl und Zitrusfrüchte aus Griechenland und Zypern sollen hier bestellt werden können.

INFO
Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.
Genthiner Straße 48

10785 Berlin
Tel +49-163-2347146
ab@biozyklisch-vegan.de
http://www.biozyklisch-vegan.de

Unverpackter Mut – Plastikfrei einkaufen in Ravensburg

Jedes Jahr erzeugt ein Baden-Württemberger über 100 kg Müll. Die Ravensburgerin Alicia Dannecker wollte dabei nicht länger zusehen und hat in ihrer Heimatstadt Hals über Kopf einen Unverpackt-Laden eröffnet.

Das Konzept: Mit den eigenen Behältnissen einkaufen und dabei Verpackungsmüll und Plastik sparen. Doch Alicia und ihr Team haben keine Gründer-Erfahrung und nur wenig Kapital. Wird sie es schaffen, ihren großen Traum vom kleinen Beitrag zum Umweltschutz wahr werden zu lassen?

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Eine Produktion von Regio TV Bodenseefernsehen GmbH + Co. KG

Übrigens: auch in Markdorf lässt es sich unverpackt einkaufen!

Von der Region für die Region – Neue Lebensmittel aus Ravensburg

Vegetarische Saucen vom Bodensee, Food-StartUps © Malchus Kern

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Heinzelmanns – 100% vegan?

Eine positiv verrückte Familiengeschichte, enge Heimatverbundenheit und die Liebe zu kompromisslosem Genuss.

2014 hatte Robert Heinzelmann, Zwei-Hauben-Koch und Selfmade-Allgäuer, zum ersten Mal die Idee, eine asiatische, verzehrfertige Basissoße für seinen täglichen Restaurant-Betrieb herzustellen, die gleichzeitig aber auch für Vegetarier und Veganer genießbar ist. Nach Jahren der Entwicklung wurde aus einer einzigen Basissoße ein kleines asiatisch angehauchtes Sortiment aus wohltuenden, leichten, super leckeren und letztendlich auch 100% veganen Fertigsoßen für den Hausgebrauch. Der Fokus liegt dabei immer auf enger Verbundenheit zu ausgewählten Produkten mit regionaler Frische.

Die mit viel Liebe zum Detail selbstentwickelten Basissoßen und Currys sind die perfekte Abrundung für schnelle Gerichte. Inspiriert aus der regionalen und asiatischen Küche sind die Soßen 100% vegan, gesund, genial & genussfertig. Zusätzlich sind die Soßen auch gluten-, lactose- und glutamatfrei und enthalten keinerlei Konservierungsstoffe, geschmacksverstärkende Zusatzstoffe oder gar künstliche Farbstoffe.

Die “Heinzelmanns” gibt es zunächst in den Geschmacksrichtungen Gemüse-Jus, Soja-Ingwer, Zitronengras-Kurkuma und Tomate-Paprika. Jede 250ml Flasche enthält 4-6 Portionen.

Roberts Leidenschaft zur asiatischen Küche, ebenso wie sein Kreationsdrang, Gerichte mit viel Tiefe und Twist zu zaubern, hat ihn dorthin gebracht, wo er heute selbstbewusst steht. „Ich möchte mit meinen Soßen jedem Hobbykoch aber auch Sportlern, Allergikern oder eben auch der ganzen Familie, diesen gewissen Twist in die eigene Küche bringen“, so Roberts Statement über die authentische und schnelle Wirkung seiner Produkte.

Für das kreative Design, die farbenfrohen Bilder und die süße Leichtigkeit steht seine älteste Tochter Tamara, Fotografin und Hobbyköchin, mit im Unternehmen, die gemeinsam mit Ihrer Schwester Jana das Familienunternehmen komplementiert. Als typische Gastro-Kinder wissen besonders diese beiden die Küchenkreativität Ihres Vaters zu schätzen und dementsprechend zu unterstützen, denn das Auge isst ja bekanntlich mit. Heute geht es den Heinzelmanns vor allem darum, gesunde Lebensmittel leicht und lecker zu genießen. Mit genau dieser Wertigkeit lässt das Familientrio jede einzelne Flasche für euch liebevoll über die Allgäuer Stiftung Liebenau verpacken, eine Einrichtung für Menschen mit Einschränkungen. Bei Heinzelmanns steht eben nicht nur Essen und Heimatgenuss im Vordergrund sondern auch das menschliche Miteinander und die Unterstützung vor Ort – denn gemeinsam genießt es sich doch immer noch am besten!

Ganz frei nach dem Motto: „Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen.“

Rezepte gibt es unter: https://heinzelmanns.shop/inspiration/

Lebensmittelverschwendung bei 2 Minuten 2 Millionen

Essen gegen Lebensmittelverschwendung bei der Confiserie Hussel in Ravensburg © Malchus Kern

Die Wiener Manufaktur „Unverschwendet“ bringt durch seinen Auftritt in der österreichische Startup-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ (Deutsches Pendant: „Die Höhle der Löwen“) das Thema Lebensmittelverschwendung sprichwörtlich auf den Tisch!

Köstlichkeiten aus überschüssigem Obst und Gemüse werden zu edlen Fruchtaufstrichen, Gelees, Sirupen und Chutneys eingeweckt. Dabei kommen richtig spannende und mutige Kombinationen zustande. Fruchtaufstrich Birne & Chili, Wassermelonen Pfeffer-Sirup, Chutney aus Paprika & Birne sowie ein Dip aus einer der schärfsten Chilis der Welt, Bhut Jolokia. Zu kaufen gibt es die Köstlichkeiten im „Unverschwendet” Shop in Wien, Österreich und im Online-Shop.

Unverschwendet bei 2 Minuten 2 Millionen – Delikatessen aus überschüssigem Obst und Gemüse

Auch das Unternehmen Etepetete hat sich dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung auf die Fahnen geschrieben – mit Erfolg! Bereits im Frühjahr 2016 verschickte das Unternehmen monatlich Boxen im oberen einstelligen Tausenderbereich an Kunden in ganz Deutschland. Der Inhalt: 5 Kilogramm “krummes” Obst und Gemüse, welches aufgrund seiner äußeren Erscheinung nicht in den Handel gelangt wäre. Zweibeinige Karotten, Herzkartoffeln, Übergrößen, Verformungen und anderes Obst und Gemüse von rund zwanzig Lieferanten.  Zweieinhalb Jahre nach der Gründung arbeiten knapp 50 Mitarbeiter für das Unternehmen. Der Preis pro Box: 20 €. Wer hätte gedacht, dass Verbraucher für krummes Gemüse mehr bezahlen?

Und auch am Bodensee widmen sich immer mehr StartUps dem Thema Lebensmittelverschwendung. Malchus Kern schreibt in seinem Artikel „Diese 10 StartUps retten Lebensmittel vor der Tonne“ auf Yes! We Can Farm über die Unternehmen Knödelkult aus Konstanz, Bananenbrot von BeBabanas (erhältlich in der FruitBar Ravensburg) oder Fruchtleder von Dörrwerk (erhältlich bei Hussel Confiserie in Ravensburg).